Betreff: Wo bleibt das schnelle Internet?

Frage von: Klaus.W

Sehr geehrter Herr Link,

als Grundeigentümer in Bodolz haben ich folgende Fragen an Sie:

Leider lässt der Internetausbau in weiten Teilen von Bodolz immer noch zu wünschen übrig. Von der Breitbandinitiative unsere Landesregierung ist in Bodolz leider noch nicht viel angekommen. Auf der anderen Seite liest man immer wieder dass Bodolz sich an das Glasfasersystem der Stadt Lindau anbinden will? Irgendwie scheint es da aber auch nicht recht vorwärts gehen zu wollen.

Gibt es in dieser Hinsicht schon einen verbindlichen Ausbauplan?

Mit wie vielen Anbietern hat unsere Gemeinde in Bezug auf den Internetausbau verhandelt?

Eventuell nur ein einziger?

Als Eigentümer von zwei Wohnungen in der Gemeinde stellt sich mir folgendes Problem. Obwohl die Wohnungen sich in einem sehr gutem Zustand befinden ist es nicht leicht dafür passende Mieter zu finden. Selbst bei älteren Jahrgängen ist eine Internet Verfügbarkeit inzwischen in Thema. Ganz zu schweigen von jüngeren Familien mit Kindern.

Wäre es nicht denkbar dass man einen Weg geht wie in Oberreitnau und beim Ausbau auf die Telekom mit konventioneller Technik setzt? Ich finde es generell etwas bedenklich sich mehr oder weniger freiwillig an einen Quasi-Monopolisten wie die SWLI zu binden. Oberreitnau ist zur Zeit flächendeckend mit schnellem DSL versorgt, ohne dass dazu der ganze Ort aufgegraben werden musste. Der Ausbau war innerhalb einiger Monate komplett abgeschlossen. Darüber hinaus hat man in Oberreitnau auch weiterhin die freie Wahl des Internetanbieters, dies ist nach meinem Wissensstand bei den SWLI nicht möglich.

One thought on “Betreff: Wo bleibt das schnelle Internet?

  1. Hallo Herr W.,

    früher war alles einfacher (und teurer), da es nur die Telekom als
    “Anbieter für Kommunikation” gab. Mit dem freien Markt ist dann ein
    Wettbewerb eingekehrt, Anbieter schossen wie Pilze aus dem Boden und
    viele von ihnen hat sich die Telekom vor deren wirtschaftlichen
    Scheitern wieder einverleibt, um Marktanteile zu gewinnen.
    Ein schnelles Internet für alle ist mit der bestehenden Infrastruktur
    der Telekom nicht machbar, da die Kapazitäten der Kupferkabel
    beschränkt sind, und somit auch die Höchstgeschwindigkeit. Der Ausbau
    der Leitungen wird in den Dörfern nicht betrieben, sie investiert lieber
    in Großstädten mit sehr dichter Bebauung, weil dies größere und
    schnellere Gewinne erwarten lässt. Das beste Beispiel dafür ist Bettnau:
    Im Neubaugebiet Taubergat hat die Telekom nicht einmal die früher
    obligatorischen Telefonleitungen mit Kupferkabel verlegt, weil das keine
    (oder zu wenig) Rendite erwarten lässt.
    Die Anbindung an das Glasfasernetz der Stadtwerke, das die erforderliche
    Geschwindigkeit leisten kann, war eigentlich für 2013 vorgesehen, die
    Gemeinde hat ein Grundstück für die erforderliche Verteilerstation in
    Ebnet verkauft, um die Sache zu unterstützen. Leider ist eine
    Anwohnerin in Ebnet nicht damit einverstanden und geht im Namen einer
    Bürgerinitiative (von der man nicht sicher weiß, ob sie eigentlich
    existiert) gegen diese Erschließung vor. Es fand bereits ein Termin beim
    Verwaltungsgericht statt, den die Gemeinde wegen eines Formfehlers
    verloren hat. Im Prinzip könnten die Stadtwerke den Ausbau fortsetzen,
    da sämtliche Voraussetzung geschaffen wurden, aber diese wollen zuerst
    den endgültigen Ausgang des Prozesses abwarten, um nichts zu riskieren.
    So wie es aussieht, geht der Ausbau im Laufe des Jahres 2014 weiter und
    die Gegend südlich der Bahnlinie wird endlich erschlossen. Nördlich der
    Bahn wurde bereits mit den Arbeiten begonnen, die wahrscheinlich 2014
    vollständig abgeschlossen werden können.
    In Bodolz existiert als Alternative bereits ein Glasfasernetz von Kabel
    Deutschland GmbH, mit dem momentan Geschwindigkeiten bis zu 100 MB
    machbar sind. Die Verfügbarkeit können Sie ganz einfach über die Website
    des Anbieters feststellen. Ich bin selbst Kunde dieser Firma und sehr
    zufrieden. Die gebuchte Geschwindigkeit ist tatsächlich verfügbar, was
    bei der Telekom meistens nicht der Fall ist, wenn man am Ende der
    Leitung angeschlossen ist. Ob diese Firma ihr Netz weiter ausbauen will,
    ist mir nicht bekannt, ich denke, es richtet sich nach der Nachfrage und
    dem Kosten-Nutzen-Verhältnis.
    Ich hoffe, Ihnen mit dieses Infos ein wenig geholfen zu haben.

    mfg

    Herbert Link

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>